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Buchmeinung ›Das Geheimnis der schwedischen Briefe‹

Das Geheimnis der schwedischen Briefe-Tanja Bern
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Für Emilia gibt es nur die Arbeit. Sie hat kein Privatleben, nicht wirklich viele Freunde, weil sie für ihren Job lebt. Doch als sie gekündigt wird, muss sie stark bleiben. Denn ihre Urgroßmutter Johanna erkrankt und fleht sie an, ihre Geschichte anzuhören, damit sie ihr Geheimnis nicht mit sich mit ins Grab nehmen muss …

Die Geschichte wird einmal in der Gegenwart mit der Protagonistin Emilia und aus der Vergangenheit mit Johanna als Hauptcharakter.
Der Schreibstil ist einfach gehalten, ich konnte ihm gut folgen, auch wenn ich am Anfang meine Probleme hatte. Er wirkte auf mich sehr stockend und abgehackt. Das wurde aber im Lauf der Geschichte besser, sodass ich mich fallen lassen konnte.

IMG_6384Emilia kam mir als Protagonistin sehr steif und abgeklärt vor.
Ich verliere meinen Job? – Scheiße, aber okay.
Meiner Urgroßmutter geht es nicht gut? – Das bekommen wir hin!
Wirkliche Emotionen konnte ich von ihr leider nicht wahrnehmen.
Dahingehend war mir Johanna als Charakter lieber. Bei ihr konnte ich Gefühle spüren und auch nachempfinden.

Die Autorin nimmt uns mit in den zweiten Weltkrieg und wir begleiten die junge Johanna dabei, wie sie versucht vor dem Krieg zu fliehen, der überall lauert. Dabei trifft sie auf einen sympathischen Soldaten, der seine Einheit verloren hat und zu Anfang der Reise verletzt war.

Die Angst war ein ständiger Begleiter, was die Autorin wirklich sehr gut vermittelt hat! Man spürte dauernd die leichte Panik und auch den Adrenalin. Die Geschichte von der Vergangenheit hat mich berührt, gefesselt und mich mit entsetzen erfüllt. Niemanden konnte man vertrauen, aber dennoch findet man an den unglaubhaftesten Stellen Hilfe.
Da kann ich nur den Hut vor der Autorin ziehen! Das hat sie wirklich toll gemacht.

Der Part in der Gegenwart hingegen kam mir etwas trocken vor. Sehr unglaubhaft. Für mich ging alles viel zu schnell. Vor allem was die Gefühlsentwicklung angeht. Der Loveinterest von Emilia hat in der Vergangenheit einen schweren Verlust machen müssen, und auch, wenn dieser schon recht lang her war, merkt man in der Geschichte, dass er nicht wirklich damit abschließen konnte. Was auch vielleicht an einem Detail liegt, das im Laufe der Geschichte geklärt wird. Dennoch … war der Schluss für mich zu unrealistisch. Was vor allem daran lag, dass ich Emilia nicht greifen konnte. Sie blieb für mich sehr transparent.

Für mich kann ich sagen, dass das Buch, trotz des schwachen Gegenwartparts mich für sich einnehmen konnte. Es war ein netter Zeitvertreib, mit einer berührenden und emotionalen Geschichte, die der Grausamkeit des Krieges standhalten konnte.

Danke an den Verlag und Netgalley für das Rezensionsexemplar!

 

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